Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen

Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen ist ein deutscher Dokumentarfilm, der 2010 für den Mitteldeutschen Rundfunk produziert wurde und am 26. April 2011 anlässlich des 25. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe zum ersten Mal gezeigt werden sollte. Aufgrund der Nuklearkatastrophe in Fukushima nach dem schweren Erdbeben von Tōhoku in Japan wenige Wochen zuvor am 11. März 2011 wurde das Werk jedoch einen Tag später, am 12. März 2011 zur Prime Time am Samstagabend als 45-minütige Kurzfassung in der Sendung Das Erste in der ARD gezeigt und dann in voller Länge, auch in Modifikation der geplanten Sendungen, am 16. März 2011 auf Arte und erneut am 19. März auf Arte und im MDR Fernsehen ausgestrahlt. Der Film war nur zwei Wochen vor der ersten Ausstrahlung fertig. 2012 wurde der Film für den Grimme-Preis nominiert.

Der Film zeigt „im ständigen Wechsel zwischen Archivmaterial und aktuellen – manchmal reuigen – Interviews mit Protagonisten der damaligen Zeit, wie die Strahlengefahr in der Bundesrepublik weitgehend verschwiegen, in der DDR versteckt und in Frankreich sogar wochenlang verspottet wurde“.1] In den Archiven sind beispielsweise der damalige Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann, der Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes Wolfgang Schäuble, Rita Süssmuth, Bundesministerin für Gesundheit 1986, und Joschka Fischer, damaliger Bundesumweltminister in Hessen und Ministerpräsident der Grünen in Deutschland, zu sehen.1] Süssmuth und Fischer haben in den letzten Interviews wieder zu Wort gekommen, ebenso wie andere Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Sport, wie Klaus Knizia, Klaus Kocks, Edmund Lengfelder, Alexander Kaul, Sebastian Pflugbeil und Olaf Ludwig.

Neben prominenten Persönlichkeiten werden auch sehr unbekannte Zeitzeugen interviewt, wie Cornelia Stadler von der in der alten BRD gegründeten Organisation Mütter gegen Atomkraft[5] oder Otto Zöllner, der einzige Überlebende einer DDR-Arbeitsgruppe, die infizierte und an der innerdeutschen Grenze zurückgewiesene Lastwagen vor dem Grenzübertritt reinigen musste; auch eine Mutter aus Berlin, die kurz vor dem Unfall schwanger geworden war und anschließend ein behindertes Kind zur Welt brachte. Schließlich sprachen ein Biologe und ein Physiker aus Frankreich sowie ein Arzt aus Korsika mehrmals in den Interviews.

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