Welche Folgen hatte Tschernobyl für die Umwelt?

Im April 1986 ereignete sich im Atomkraftwerk von Tschernobyl ein schweres Unglück. Innerhalb kurzer Zeit wurden große Mengen an Radioaktivität freigesetzt. Die Tschernobyl-Folgen machen die Gegend für lange Zeit für Menschen unbewohnbar und haben gravierende Konsequenzen für die Natur.

Folgen von Tschernobyl für das Wasser

Gewässer

Das Reaktorunglück vergiftete Menschen, Tiere und Pflanzen bereits unmittelbar nach der Katastrophe direkt und indirekt. Die Radioaktivität schlug sich beispielsweise in Gewässern nieder. Im Schlamm von Flüssen und Seen könnten sich bis heute radioaktive Rückstände abgesetzt haben. Messungen bestätigen dies. Betroffen ist nicht nur Weißrussland, sondern auch die benachbarte Ukraine.

Regen

Über die Luft wurde die Radioaktivität unmittelbar nach der Katastrophe auch über weitere Strecken transportiert. Radioaktiv verseuchter Regen belastete kurz nach dem Unglück sogar Lebensmittel aus Bayern. Teilweise werden immer noch erhöhte Konzentrationen von radioaktiver Strahlung beispielsweise in Pilzen festgestellt – in der Ukraine auch in Beeren und anderen Wildpflanzen. Auch diese Unregelmäßigkeiten gelten als Tschernobyl-Folgen.

Langfristige Verseuchung des Bodens und Waldes

Im Boden rund um das Unglücks-Gebiet sind die Spuren der Katastrophe ebenfalls noch nachweisbar. Wälder sollen besonders stark belastet sein, da radioaktive Teilchen in den Bäumen eingelagert sind. Wenn diese Bäume umstürzen oder ihre Blätter und Nadeln verlieren, kann die Radioaktivität in den Boden gelangen.

Waldbrände im Sperrgebiet sind deshalb eine große Gefahr – durch sie könnten große Mengen an Radioaktivität freigesetzt werden, die der Wald heute noch speichert.

Tiere und Radioaktivität

Die Folgen von Tschernobyl beziehen sich nicht nur auf die unbelebte Natur und die Flora, sondern auch auf die Fauna. Die erhöhte Strahlung schädigt das Erbgut und führt auch bei Tieren zu einem erhöhten Krebsrisiko. Darüber hinaus kann Radioaktivität die Wahrscheinlichkeit für genetische Mutationen vergrößern. Diese Mutationen zeigen sich in nachfolgenden Generationen.

Fluch und Segen zugleich

Um das ehemalige Kernkraftwerk besteht heute eine Sperrzone, die Menschen nicht betreten dürfen. Trotz aller negativen Konsequenzen für die Umwelt ist durch die Reaktorkatastrophe unfreiwillig eine Art Schutzzone entstanden, in der Tiere ungestört leben können.

Da die radioaktive Belastung unsichtbar ist, bemerken die Tiere trotz mittel- und langfristiger Probleme wie Mutationen nichts von ihr.

Weite Flächen betroffen

Das Sperrgebiet von Tschernobyl umfasst eine Fläche von 4.200 Quadratkilometern. In dieser Zone ist die radioaktive Strahlung noch immer sehr hoch. Doch auch weitere Gebiete sind betroffen. In Weißrussland sollen 35.000 Quadratkilometer der Waldfläche radioaktiv belastet sein. Hinzu kommen 18.000 Quadratkilometer Waldgebiete in der Ukraine, die ebenfalls als betroffen gelten.

Folgen von Tschernobyl für die Gesundheit

Unvergessen ist auch nach 25 Jahren die Reaktorexplosion von Tschernobyl in Weißrussland. Noch heute sind die Folgen von Tschernobyl nicht überschaubar. In den kontaminierten Gebieten ist kein normales Leben möglich. Menschen, Tiere und die Umwelt leiden extrem. Es gibt keine Landwirtschaft und keine Industrie mit Produktionen. So ist die Arbeitslosigkeit so hoch wie nie.

Fatale gesundheitliche Tschernobyl Folgen

Für die Menschen in dieser Gegend ist das Leben nicht mehr so, wie es früher war. Bis heute ist es nicht möglich diese gesundheitlichen Folgen überhaupt einzuschätzen. Noch Generationen nach uns werden an den Spätfolgen zu leiden haben, leider. Umstritten ist die Zahlt der Todesopfer in jedem Jahr.

Die Krankheiten der Kinder

Besonder Babys und Kinder haben unter den Folgen der Reaktorkatastrophe zu leiden. Es kam nach und kommt noch heute nach dem Unfall vermehrt zu Krebserkrankungen bei Kindern. Diese unschuldigen kleinen Wesen haben besonders darunter zu leiden. Die erkranken in den meisten Fällen an Schilddrüsenkrebs. Besonders sind die Menschen betroffen, die zum Zeitpunkt des Unfalls Kinder oder im jugendlichen Alter waren.

Weitere Tschernobyl Folgen sind die Zunahme an Brustkrebserkrankungen in Weißrussland. Zudem wurde von Wissenschaftlern festgestellt, dass eine Zunahme an Magenkrebserkrankungen, Tumore an Lunge und Krebserkrankungen an den Harn- und Geschlechtsorganen stattfindet. Diese Krebserkrankungen sind vermehrt bei vielen männlichen Bewohnern festgestellt.

Leider sind auch bei den Geburten viele Missbildungen zu beobachten. Zudem kommt es auch heute noch vermehrten Fehl- und Totgeburten. Besonders in der Zeit von 1986 bis 1990 wurden stark erhöhte Fehlbildungen und Abnormalitäten an Säuglingen festgestellt.

Die Belastungen für die Psyche der Menschen

Nicht zu unterschätzen sind für alle Menschen in dieser verstrahlten Region die psychischen Belastungen. Die eigentliche Katastrophe, das Erlebte und die Ereignisse lassen sie nicht mehr zur Ruhe kommen. Diese Menschen wurden erst einmal über alles im Unklaren gelassen. Sie wurden weder über die kommenden Folgen informiert und dann auch noch umgesiedelt. Das „normale“ Leben schien einfach weiter zu gehen. Aber bereits sehr kurz nach der Explosion des Kernreaktors hatten die Menschen mit den ersten schweren gesundheitlichen Folgen zu kämpfen. Sie hatten nicht nur mit gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl zu kämpfen, sie mussten auch noch ihre geliebte Heimat verlassen. Für die Menschen, welche in der Region geblieben sind, gab und gibt es keine Arbeit. Die Psyche leidet unter diesem Gesamtpaket an Veränderungen. Sie sehen in ihrem Leben keine Perspektive mehr und schon allein dieser Gedanke macht krank.

9 Fakten über Tschernobyl

Die Atomkatastrophe von Tschernobyl fand am 26. April 1986 im Reaktor 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der Nähe der ukrainischen Stadt Pripjat statt. Auf der internationalen Bewertungsskala mit sieben Etappen für nukleare Ereignisse wurde sie als erstes Ereignis der höchsten Kategorie katastrophaler Unfall eingestuft.

Hier finden Sie 9 Fakten darüber.

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